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Die Helden unserer Jugend

Diesen Artikel fand ich heute auf http://www.spiegel-online.de

„Am Erwachsenwerden schmerzt eines besonders: Mit jedem Jahr, das ins Land zieht, verlieren die Helden der Kindheit ihren Glanz. David Hasselhoff wird zum Gegenteil von Cool, Alf extrem unlustig, und Columbo langweilig. Wen wir früher vergötterten, finden wir heute einfach nur noch peinlich.“

Diesen Gedanken hatte ich auch schon, wenn ich mal wieder über Trio mit vier Fäusten, Alf oder Ein Colt für alle Fälle zappte. Es war aber trotzdem eine schöne Zeit.

„Nur einem konnten die Jahre nichts anhaben: Bud Spencer. Er boxte, mampfte, nuschelte sich durch unsere Kindheit und hockt seitdem in unserer Erinnerung als hungrigster Fatalist der Filmgeschichte, der es mit allen aufnehmen kann – Banditen im wilden Westen, Rauschgifthändlern in Afrika und Schlägergangs in Miami. Ein paar Backpfeifen, ein Faustschlag auf den Kopf, und die Welt war wieder in Ordnung.

Du, Bud, hast uns gezeigt, wie das geht, Probleme zu lösen. Zumindest dachten wir das.

Denn nach der Lektüre deines Buches, das jüngst erschienen ist, machte sich Ernüchterung breit. Du hast ein Leben als Schwimmstar, Olympionike, Haudrauf gelebt, hast Bauarbeiter-Einsätze am Amazonas, ein Jura-Studium, den Sieg über einen bösartigen Tumor hinter dir, außerdem mehr als 50 Jahren Ehe mit derselben Frau und dann hast du, Bud der Große, gerade mal zwei Ratschläge, die du uns mit auf den Weg gibst?

Niemals, schreibst Du, sollen wir gleich nach dem Essen baden gehen. Und wir sollen keine Hunde aussetzen. Das klingt mehr nach Großmutter als nach Dampfhammer.

Aber wenn wir eins gelernt haben von Bud, dann ist es: nicht aufgeben. Wir nehmen die Dinge selbst in die Hand. Also unternehmen wir eine Expedition zurück, in die Zeit, als sie in Filmen noch „Rauschgift“ sagten statt Drogen und „Stoßzeit“ statt Rushhour: Welche Lektionen fürs Leben lassen sich aus den Filmen destillieren, die wir als Jungs so geliebt haben?

Wir starten das Bud-Spencer-Experiment: zwei DVD-Boxen, zwölf Bier, zwei Redakteure außer Rand und Band, ein Abend vor dem Beamer.

20.00 Uhr, erstes Bier, erster Film, klar: „Zwei außer Rand und Band“ von 1977

Ein Gabelstapler fährt ins Bild, Bud steht breibeinig auf den Gabeln, die linke Hand in der Hosentasche, in der rechten ein Käsebrot. Er und Terence Hill suchen einen Job am Hafen, legen sich mit einem Gangster-Syndikat an, werden aus Versehen Polizisten, zertrümmern unzählige Autos. Lektion eins? Vielleicht: Es kommt nicht darauf an, was Du tust. Es kommt darauf an, dass Du es tust.

Buds längster Monolog: „Wenn ich nicht anständig futtere, kann ich auch nicht anständig aufs Klosett. Und wenn ich nicht aufs Klosett kann, dann bin ich kein richtiger Mensch mehr. Und mit Liebe ist dann auch nichts. Ist klar?“ Das Wort Synchronisation kannten wir als Kinder noch nicht, jetzt fällt auf, dass Buds Stimme viel mehr Silben spricht als Buds Lippen aud dem Schirm.“

Ganzer Bericht http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/23002/der_backpfeifen_picasso.html

This entry was posted in 2011.

5 comments on “Die Helden unserer Jugend

  1. notizblogger sagt:

    So wie man auch den Zeiten hinterher trauert, braucht man auch immer eine Veränderung, und Platz für Neues.
    Wenn die Menschen immer an den alten Sachen hängen würden gäbe es nur wenig Bewegung in der Menschenentwicklung. Und das wäre fatal!
    Trotzdem eine schöne Zeit… ja
    Aber ich muss sagen, da ich einer jüngeren Generation angehöre, dass es bei uns nicht wirklich solche Helden gab, die wir vergötterten. Das ist euch eine Veränderung!

    Grüße

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  2. nerang sagt:

    Hallo notizblogger,

    ich trauere ja nicht den Zeiten hinterher, aber jede Generation hat so ihre „Helden“ oder Idole. Wie der Artikel sagt, finden wir diese ja jetzt eher peinlich.

    Das die jüngere Generation wirklich keine Helden hat ist eher traurig, aber was gibt es da schon? Justin Bieber vielleicht? Richtig Substanz gibt es nur noch selten, weil alles ein Geschäft ist.

    Was denkst Du, wird man in 50 Jahren Justin Bieber oder doch die Beatles noch hören? Las es mich wissen.

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  3. silwester sagt:

    Hallo!
    Ich moechte dazu loswerden, dass ich immernoch sehr gern Remington Steele sehe und sehnsuechtig auf die zweite Staffel auf DVD in Deutsch warte. Obwohl man eigentlich alle Folgen auswendig kennt.
    Es hat etwas… Magisches (?), und es wird nie langweilig. Ich glaube auch, dass Pierce Brosnan meinen Maennergeschmack stark beeinflusst hat:-)

    Gefaehrlich finde ich allerdings, wenn manche Leute diese Kindheitshelden im Erwachsenenleben immer noch so vergoettern, dass sie einfach nicht davon loskommen. Man muss auch in der Lage sein, zu erkennen, wann es Zeit ist, den emotionalen Abstand zu gewinnen.
    Gruss
    S.

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  4. nerang sagt:

    Hallo Silwester,

    finde ich richtig, vergöttern muss man diese nicht mehr. Da ist man wirklich stehen geblieben.

    Nichts desto trotz werde, sollte ich in 40 Jahren noch leben, zu Beatles, Rolling Stones und AC/DC rocken!

    Cheers

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    1. silwester sagt:

      Hallo, Joerg!
      Ich kenne Leute, die wuerden sterben, wenn sie nicht sofort am ersten Tag die Kinoversion von Spiderman oder Thor oder anderen Comicverfilmungen sehen koennten. Das finde ich ehrlich uebertrieben und kindisch, wenn man so eine Sache sein Leben bestimmen laesst.
      Nichtsdestotrotz werde ich wohl in 40Jahren auch eher bei ’summer of 69′ und TOTO in Stimmung kommen, das ganze neue Zeugs hat irgendwie keine Aussagekraft mehr fuer mich, ist nur noch mainstream ohne Persoenlichkeit! Siehe Lady Gaga.
      So long
      S.

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