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Eine Rettungsaktion, die wirklich nicht schön war

Vom vergangenen Wochenende gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Es gab nur die ganz gewöhnlichen Wochenendbeschäftigungen. Nur zwei Dinge stechen vom normalen Alltag hervor. Samstagabend sind wir Essen gegangen in einem Restaurant in Sanctuary Cove. Normal sind dort sehr gute Restaurants angesiedelt und wenn man den Preis sieht, weiß man, was man so bekommt. Leider war es bei diesem nicht so und der Preis spiegelte nicht die normale Portiongröße wider. So war ich schon nach der Vorsuppe, welche hervorragend schmeckte, voll. Das Hauptgericht war noch größer. Für einen Nachtisch war wirklich kein Platz mehr.

Nun komme ich aber zu meiner eigentlichen Geschichte. Sonntag wurden wir zu ein Batrescue, Fledermausrettung, gerufen. Anja hatte noch das Hotlinetelefon und nahm den Anruf entgegen. Ein aufmerksamer Mensch hatte eine Fledermaus gesichtet, welche im Stacheldraht fest hing. Natürlich begleitete ich Anja. Dies war schon mein dritter Einsatz, aber mein erster bei dem eine Fledermaus im Stacheldraht gefangen war. Als wir vor Ort ankamen, hin die Fledermaus schon leblos am Stacheldraht. Anja schaute sich sie an, während ich unser Auto in eine bessere Position parkte, und teilte mir mit, dass sie wahrscheinlich schon tot ist. Ich schaute dann auch näher hin und in diesem Moment öffnete sie ihre großen schwarzen Augen und schaute mich traurig an. Durch meine über 10-jährige aktive Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Oberlind habe ich schon einiges gesehen, aber dieser Anblick ergriff mich tief und ich verlor jegliche antrainierte Fassung und rief zu Anja, schnell, schnell, hohl sie runter. Dies bringt in einer solchen Situation natürlich nichts, man muss ruhig und sorgsam vorgehen. Die Fledermaus hatte sich mit dem Flügel im Stacheldraht verfangen, genaugenommen mit dem Ellenbogen und einer anderen Stelle. Durch Einsatz des Mundes konnte sie den Ellenbogen befreien, was darin resultierte, dass die gesamte Haut fehlte. Sie hat sich also die Haut vom Leib gerissen, um sich zu befreien. Dabei hat sie sich wahrscheinlich an einer anderen Stelle verfangen und sich den Mund auch noch aufgerissen.

Wir überbrückten den Stacheldraht mit einem Draht und schnitten den Stacheldraht durch, um die Fledermaus aus der misslichen Lage zu befreien. Es gelang uns auch noch den Stacheldraht aus dem Flügel zu entfernen. Danach gaben wir ihr viel zu trinken, da sie bestimmt schon lange in der Sonne hing. Dies wäre auch ihr Tod gewesen. Verdurstet und gebraten.

Eine intensive Untersuchung brachte Löcher im Flügel, die fehlende Haut und ein ausgekugeltes Gelenk zu Vorschein. Vor der normalen Erschöpfung und Dehydration abgesehen. Wir brachten sie dann ins Wildlife Hospitel nach Currumbin, wo uns der Tierarzt leider mitteilen musste, dass er keine Aussichten sieht, dass die fehlende Haut über dem Gelenk nicht zuwachsen wird und er sie leider einschläfern muss. Wir waren  am Boden zerstört. Aber besser so, als ein langsamer und grausamer Tod am Stacheldrahtzaun.

Den ganzen Tag musste ich über die Rettung nachdenken. Wir Menschen sind schon das Schlimmste was auf dieser Welt rumkreucht. Menschen sind keine Lebewesen, wir sind ein Virus. Verbrauchen mehr Ressourcen, als dass die Natur bereitstellen kann, vernichten Lebensräume, vernichten Tiere, lassen Tiere auf grausame Weise leiden. Der Mensch ist kein Lebewesen, der Mensch ist ein Virus.

Ich weiß, dass mich das auch betrifft und dass dies nun mal der Lauf ist. Trotzdem sollte man versuchen etwas zu tun. Ich zu meinen Teil versuche rauszufinden wie man Stacheldrahtzäune verbieten lassen kann oder ich unterstütze Organisationen, welche sich um das Australische Wildlife kümmern.

Den Anblick von der traurigen Fledermaus in Stacheldrahtzaun werde ich mein Leben nicht mehr vergessen.

This entry was posted in 2010.
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